Fjord zuhause

Geschrieben von: Steffi   
Mittwoch, 12. August 2009 um 11:12 Uhr

Watt wär'n wir ohne Wattritte?

 


Am 25. Juli war es wieder soweit. Der Wattritt 2009. Bereits am Abend zuvor trudelten die ersten Teilnehmer ein. Alt bekannte Gesichter mischten sich mit neue Gesichter. Das Wetter blieb trocken, die Pferde freuten sich über das saftige Marschgras und wir hatten am Abend beim Grillen bereits Zeit zum Kennenlernen.


Kurz war dann die Nacht, denn kurz vor 6 Uhr klingelte der Wecker. Bereits eine Stunde später waren alle auf der Weide zum Pferdeverladen. Inzwischen regnete es in Strömen. Mit etwas Verzögerung ging es dann in Kolonne in Richtung Sahlenburg, wo bereits die anderen Teilnehmer auf uns warteten.


Der Regen hatte fast ausgesetzt, so dass wir die Pferde wenigstens im Trockenen satteln konnten. Unsere blauen Gepäcksäcke wurde in der Zwischenzeit zu den Gepäckwagen transportiert. Bald darauf machten sich unsere Wattläufer, kurz genannt Fußvolk, auf den Weg ins Watt. Die Reiten ließen etwas mehr Zeit und ritten etwas später los.


Alle Pferde gingen anstandslos ins Watt und selbst die wasserscheusten tappten tapfer durch das Nass. Die erste und eigentlich einzige Hürde, das Sahlenburger Loch, kommt bereits wenige Kilometer nach dem Strand.

Ein mit der Zeit breiter und tiefer Priel, dessen starke Strömung nicht zu unterschätzen ist. Zur Befestigung wurden im Laufe der Jahre viele Steine aufgefahren, die das Durchqueren für unsere Ponys nicht erleichterte. Aber besser picksende Steine, als plötzlich unerwatete Untiefen. Geschlossen und auch ohne Probleme durchquerten wir gemeinsam den Priel.


Nachdem alle heil durchgekommen sind hieß es entspannt durchatmen und den Ritt genießen. Schade nur, dass es irgendwann wieder begann zu regnen. Trübe war es aber zum Glück nicht kalt. Je näher wir Neuwerk kamen, desto mehr rissen die Wolken auf. Als wir die Schlipp hochritten, kitzelte uns die Sonne schon ein wenig ins Gesicht. Dann schauten wir einmal beim Leuchtturm vorbei, um dann zu unserem Quartier, dem Hof

Fock, zu reiten.


Die Pferde kamen auf eine der riesigen Weiden und begannen sofort ohne großartiges Gezanke an zu grasen. Wir Menschen konnten direkt unser Quartier in dem Strohlager beziehen. Beim Mittagessen auf der Terasse wurde es schon fast zu warm, als die Sonne ganz hervorscheinte.


Nach dem Essen hieß es Inselfreizeit. Zum Schwimmen war es ja leider doch zu kalt, aber gegen Spaziergänge auf dem Deich, einem Besuch auf dem Leuchtturm, dem Rosengarten und dem Friedhof der Namenlosen war nichts einzuwenden. Früher oder später traf man sich dann doch bei der Pferdekoppel wieder. Spätestens dann waren wieder alle auf dem Hof, als zur Kaffeezeit geläutet wurde. Gemütlich saßen wir bei Kaffee, Tee und unzähligen leckeren Kuchen zusammen und klönten ausführlich weiter. Viele saßen noch lange zusammen, andere schauten noch einmal beim Hafen vorbei oder beobachteten den Schmied der Wattwagenpferde bei der Arbeit. Bei einem Blick über den Deich, betrachteten unsere "Neuen" fasziniert das Meer um die Insel. "Und da sind wir vorhin noch geritten?"


Die Zeit zum Abend verging wie im Flug. Und als es allmählich wieder Ebbe wurde, wurde auch der Grill angeworfen. Seeluft macht hungrig, und so war es dann auch. Wir haben viel Fleisch, die verschiedensten Salate, Bratwürste und Brot mitgebracht. Geschmeckt hat es allen und satt wurden sie auch ;)


Ein paar nutzen die Chance und sattelten ihre Pferde, um bei Sonnenuntergang noch einmal durch das Watt zu reiten. Danach saßen ließen wir den Abend bei dem einen oder anderen Bier gemütlich ausklingen. Irgendwann fiel auch der letzte totmüde ins Stroh.


Vom Zwitschern der Vögel geweckt ging der erste Weg am Morgen zu den Pferden. Mit der Versicherung, dass auch diese die Nacht gut überstanden haben, konnte man sich dann den eigenen Bedürfnissen widmen.


Die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen, aber man konnte mit großer Gewissheit sagen, dass dieser Tag sehr schön werden wird. Die Sachen wurden wieder in ihre blauen Säcke verstaut und verladen. Pünktlich zum Frühstück trafen sich alle beim Buffet wieder. Gut gestärkt hieß es dann Abmarschbereit für die, die mit dem Wattwagen zurück nach Sahlenburg fahren wollten.


Das Fußvolk beobachtete das bunte Treiben auf dem Hof, bis das Wasser genug abgelaufen war, damit auch sie ins Watt konnten. Die Reiter hatten wie immer Zeit der Welt. 1. waren sie in der Regel schneller und 2. wollte man ja auch ungefähr zeitgleich in Sahlenburg ankommen. Nach und nach sattelten kleine Grüppchen ihre Pferde und ritten los. So konnte jeder sein Tempo reiten, ob schnell oder gemütlich, zu zweit, zu dritt oder zu viert. Ganz zum Schluß, wie jedes Jahr, verließen unsere beiden Sulkyfahrer Ilse und Thomas die Insel. Sie waren und bleiben eben die schnellsten.


Das Wetter war herrlich und entschädigte für die etwas nasse Hintour. Blauer Himmel, strahlende Sonne, kreischende Möwen. Auch wurde die Wattoase wieder ins Watt gefahren. Eine Art portable Wattbar für die durstigen Läufer. Gut gelaunt erreichten dann auch alle irgendwann den Sahlenburger Parkplatz. In alter Manier wurde hier noch gemütlich zusammen gepicknickt, geklönt und verabschiedet.


Wir hatten in diesem Jahr eine ganz tolle harmonische Gruppe, es hat viel Spaß gemacht und wir hoffen den einen oder anderen mal wieder bei uns an der Küste begrüßen zu dürfen ;)